75JahreMM

Ein Phänomen deutscher Kinder- und Jugendkultur feiert in diesem Jahr sein 75. Jubiläum. Am 29. August 1951 findet das erste, damals noch Micky Maus – das bunte Monatsheft genannte Magazin den Weg in die Zeitschriftenregale. Niemand ahnt zu diesem Zeitpunkt, wie erfolgreich es werden würde.

Nachdem das Magazin in der Öffentlichkeit anfangs auf Skepsis stößt, etabliert es sich schon bald zum unentbehrlichen Bestandteil unzähliger Kinderzimmer. Seither begeistert das Magazin Generationen von Leserinnen und Lesern mit lustigen und spannenden Comics. Die Abenteuer von Micky Maus, Donald Duck und ihren Freunden sind Kult geworden und beflügeln bis heute die Fantasie ihrer Fans. Über die Jahrzehnte hinweg erfindet sich das Micky Maus Magazin immer wieder neu und bleibt sich dennoch treu: beste Unterhaltung voller Magie und Lebensfreude in einer Welt zum Wohlfühlen. Der Blockbuster im Kinderregal wanderte auf dem deutschsprachigen Markt weit über 1,3 Milliarden Mal über den Ladentisch.

Wussten Sie schon?

  • Als Vorläufer erscheint in der Schweiz von Januar bis September 1937 die Micky-Maus-Zeitung im Micky-Maus-Verlag Bollmann aus Zürich.
  • Bevor die erste Ausgabe des Magazins in den Zeitschriftenhandel kam, wird Anfang August 1951 eine vierseitige Broschüre veröffentlicht: die sogenannte Nullnummer.
  • Das erste Micky Maus Magazin kostet 75 Pfennig und ist die erste deutsche Zeitschrift, die vollständig in Farbe gedruckt wird.
  • Seit der ersten Micky Maus wurden mehr als 160.000 Micky Maus-Magazinseiten produziert.
  • Der Rekord für die meisten gezeichneten Seiten für das Magazin hält Zeichner Vicar, der mehr als 10.000 Seiten gefüllt hat.
  • Von der ersten Übersetzerin und Chefredakteurin des Micky Maus Magazins, Dr. Erika Fuchs, stammen die onomatopoetischen Ausdrücke wie „ächz“, „schepper“, „klirr“ oder „stöhn“, auch „Erikativ“ genannt.
MM Werdegang
"Micky Maus" Werdegang

Die Ultimative Micky Maus Legacy Collection Feiert Eine Comic-Ära

Seit der Erstausgabe hat das Micky Maus Magazin unzählige Herzen von Leserinnen und Lesern im deutschsprachigen Raum erobert. Zum großen 75. Jubiläum des legendären Magazins präsentiert die MICKY MAUS LEGACY COLLECTION vier hochwertige Sammelbände als fantastische Zeitreise durch die Geschichte des Magazins anhand seiner Comics. Sie bieten Fans die Möglichkeit, in eine Welt voller Abenteuer, Spaß und zeitlosem Witz einzutauchen. Mit liebevoll aufbereiteten Klassikern, kuriosen Fundstücken und besonderen Blicken hinter die Kulissen feiert diese Sammlung eine unvergleichliche Comic-Ära.

Micky Maus Legacy Collection
Micky Maus Legacy Collection

Interview mit Jörg Risken, Publishing Director bei Egmont Ehapa Media

Als Publishing Director bei Egmont Ehapa Media steuert Jörg Risken den Kurs des populärsten Kindermagazins im deutschsprachigen Raum.

Wie fing eigentlich alles an?

Im Jahr 1948 gelang es dem dänischen Medienkonzern Egmont die Vertriebsrechte für Disney-Comics für den skandinavischen Markt zu sichern. 1951 folgte dann die Expansion nach Deutschland und der Ehapa-Verlag wurde gegründet. Am 29. August 1951 erschien erstmalig das "bunte Monatsheft" Micky Maus mit einer Startauflage von 300.000 Exemplaren. Eine Besonderheit war, dass die Micky Maus die erste deutsche Zeitschrift war, die vollständig im Vierfarbdruck produziert wurde. Bis heute unvergessen ist die legendäre erste Chefredakteurin und Übersetzerin Dr. Erika Fuchs, die bis 1988 die Entwicklung der DisneyComics prägte und mit Ausdrücken wie "Dem Ingeniör ist nichts zu schwör" und mit der Erfindung von lautmalerischen Worten ("stöhn", "klirr", "ächz") zur Legende wurde.

Wann hat das Micky Maus Magazin und wie den deutschen Markt erobert?

Gleich zu Beginn wurde eine Werbekampagne gestartet, um den Verkauf der Micky Maus anzukurbeln. Nachdem der Erfolg der ersten Ausgabe noch überschaubar war, zogen die Verkäufe dann aber schnell an. Dieser Erfolg ist wohl auch der Tatsache geschuldet, dass die zunächst unverkauften Hefte auf Schulhöfen verschenkt wurden, was für die Steigerung der Bekanntheit der Micky Maus ein wesentlicher Erfolgsfaktor war. Bereits 1956 konnte die Micky Maus von einer monatlichen auf eine 14-tägige Erscheinungsweise umstellen und der Umfang wurde von 32 auf 40 Seiten erhöht. Nur ein Jahr später wurde die Micky Maus dann zum Wochentitel und es wurden nach und nach eigenständige Sonderserien und Hefte zur Erweiterung des Portfolios an den Kiosk gebracht.

Wie hoch war damals die Auflage?

Die Startauflage der Micky Maus lag im Jahr 1951 bei 300.000 Exemplaren, wovon knapp 135.000 Exemplare verkauft wurden. In den Folgejahren ging es dann überwiegend steil bergauf und schon 1960 lag die Auflage bei 380.000 Exemplaren. Den vorläufigen Höhepunkt erreicht die Auflage 1981 mit 570.000 Exemplaren, bevor der Mauerfall dann einen weiteren Höhenflug auslöste. Im Jahr 1991 wurden 1 Million Exemplare gedruckt, wovon 650.000 Exemplare verkauft wurden. Mit Einsetzen der digitalen Revolution und des medial vielfältigen Angebots ging die Auflage der Micky Maus sukzessive zurück. Mittlerweile liegt die Druckauflage bei 110.000 Exemplaren. Die Micky Maus ist auch nach 75 Jahren die einzige 14-tägig erscheinende Kinder- und Comiczeitschrift und erreicht mit jeder Ausgabe 312.000 sechs- bis 13-jährige Mädchen und Jungen (Kinder Medien Monitor 2025).

Gab es schon immer Extras, wenn ja, welche sind bei den Lesern am beliebtesten?

Bereits 1958 wurde der Micky Maus eine Sonnenblende beigelegt, was aber zunächst für längere Zeit die Ausnahme blieb. Später kamen dann Bastelbögen, Aufkleber und Bügelbilder hinzu und 1984 wurden die Zugaben erstmalig als „Extra“ bezeichnet. In den Folgejahren nahm die Bedeutung der Extras deutlich zu. Von Furzkissen und Urzeitkrebsen bis zum LCDGame werden unterschiedliche Kategorien aufgegriffen, um die unterschiedlichen Interessen der Micky Maus-Fans zu befriedigen.

Jörg Risken, Publishing Director
Jörg Risken, Publishing Director bei Egmont Ehapa Media

Herr Risken, was ist Ihre persönliche Micky Maus Geschichte? Waren Sie als Kind schon Leser, und gibt es eine besondere Erinnerung, die Sie mit dem Magazin verbindet?

Da gibt es einige. Insbesondere die alten Barks-Geschichten haben mich immer schon begeistert. Besonders hervorheben möchte ich den Barks-Comic „Weihnachten für Kummersdorf“, welcher nicht nur ein Comic mit positiver Botschaft ist, sondern bis heute aktuell geblieben ist, da er eine schöne Ducks-Geschichte mit positiver Botschaft zu sozialem Engagement verbindet. Heute zählen insbesondere die Comics zu meinen Favoriten, in denen wir Entenhausen in die Welt der Gegenwart bringen und Personen aus dem Zeitgeschehen durch ‚Duckifizierungen‘ in die Comicgeschichten einbinden.

Welches ist Ihr Lieblings-Extra?

Früher hat mich „Das Schlaue Buch“ zum Sammeln absolut begeistert. In jeder Woche gab es neue Sammelkarten mit Tipps, Trick und spannenden Informationen. Die Interessen haben sich über die Jahre natürlich gewandelt und heute können wir die jungen Leserinnen und Leser mit diesem Extra nicht mehr hinter dem Ofen hervorlocken. Die Extras von heute sind zumeist durch ‚Instant Fun‘ geprägt, was uns natürlich auch viel Spaß macht. So freue ich mich immer noch auf die Scherz-Sets, z.B. mit Schnappkaugummi, Spritzklingel und Furzkissen.

Wer ist Ihr Lieblings-Disney-Character und warum?

Donald Duck. Ein wahrer Anti-Held mit Ecken und Kanten. Mal tollpatschig, mal faul und cholerisch, aber gleichzeitig ein Stehaufentchen. Donald gibt trotz aller Missgeschicke nie auf und versucht immer wieder, seine Ziele zu erreichen. Diese Mischung macht Donald Duck zu einem sympathischen Underdog mit hohem Identifikationspotenzial. Eine unperfekt perfekte Ente und immer wieder gut für ein neues Comicabenteuer.

Wie schafft man es, den Erfolg seit 75 Jahren aufrechtzuerhalten?

Die Mischung aus alter Comic-Tradition und Aktualität der Inhalte sind ein wesentliches Erfolgsrezept der Micky Maus. Seit 75 Jahren steht das ‚Storytelling‘ im Vordergrund und die Comics mit Donald Duck, Micky Maus, Onkel Dagobert und Tick, Trick und Track sind über Generationen hinweg populär. Dazu trägt auch der hohe qualitative Standard der Geschichten, Texte und Zeichnungen bei. Gleichzeitig hat sich die Micky Maus über die Jahrzehnte stets weiterentwickelt und sich den unterschiedlichen Bedürfnissen der Fans angepasst. Das betrifft etwa die Auswahl der redaktionellen Themen, die Inhalte der Comicgeschichten und die Auswahl der Extras. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist auch die seit 75 Jahren bestehende Lizenzpartnerschaft mit der Walt Disney Company. Ohne das Vertrauen von Disney und die kreative Zusammenarbeit wäre der Erfolg des Micky Maus-Magazins nicht möglich gewesen.

75 Jahre unbeschwerter Humor: Wie schafft es das Micky Maus Magazin, dieses 'Kichern forever' über Generationen hinweg zu bewahren und immer wieder aufs Neue zu entfachen?

Gute und lustige Geschichten haben kein Verfallsdatum. Wir arbeiten mit den besten Comicautoren und -zeichnern zusammen, um unserem hohen Anspruch an die Qualität der Comics gerecht zu werden. Inhalte zu aktuellen Themen, z.B. zu Ereignissen wie der FußballWeltmeisterschaft oder zu saisonalen Themen wie Halloween und Weihnachten setzen dann immer wieder neue Akzente und bringen frischen Wind in die Comicgeschichten.

Was ist das Erfolgsrezept des Micky Maus Magazins? Was ist das Besondere?

Die Micky Maus bietet Nostalgie und Tradition im Einklang mit einem modernen Mix aus Inhalten und attraktiven Extras. Die Comics sind sicher der Markenkern der Micky Maus, aber auch die redaktionellen Seiten mit Witzen, Tipps und Tricks sowie Rätselcomics sind seit jeher attraktiv für Micky Maus-Fans. Last, not least, spielen auch die Extras eine wesentliche Rolle. Diese können am Presseregal durchaus den entscheidenden Kaufimpuls auslösen.

Welche Themen finden in der Micky Maus statt?

In den Comics sind besonders die Abenteuergeschichte, Krimis und Superheldencomics sowie witzige Slapstick-Comics am beliebtesten. Neben den klassischen Abenteuern werden aber auch immer wieder aktuelle Themen aufgegriffen. In der jüngeren Vergangenheit hatten wir etwa Geschichten zu sportlichen Großereignissen (Olympische Spiele, Weltmeisterschaften) oder zum Thema Fake News, aktuellen TV-Ereignissen oder zum Thema Inklusion. Der redaktionelle Teil ist überwiegend klassisch und zeitlos mit Witzen, Tipps und Tricks und kurzen Reportagen zu aktuellen Themen.

Wo spielen die Geschichten? Nur in Entenhausen?

Die Comic-Geschichten im Micky Maus-Magazin sind hauptsächlich in Entenhausen angesiedelt, also der fiktiven Heimat von Donald Duck und dem Rest der Duck-Familie. Häufig zieht es die Ducks jedoch zu abenteuerlichen Reisen in die Welt hinaus. Die Comics spielen auf allen Kontinenten und sogar im Weltall. Immer häufiger erleben die Ducks nun auch Abenteuer in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz. Bei den jüngsten Abenteuern zog und zieht es Donald Duck & Co. ins Saarland, nach Nürnberg, an den Bodensee und nach Wien, wo die Ducks zufällig in einen Gesangswettbewerb geraten.

Welche Zielgruppe wird angesprochen?

Das Micky Maus-Magazin wird in erster Linie von Kindern im Alter von 6 bis 13 Jahren gelesen, wobei Jungen mit etwa 65% der Leserschaft in der Überzahl sind. Es gibt aber auch einen wachsenden Anteil erwachsener Leserinnen und Leser, die seit ihrer Kindheit Fans der Comics im Micky Maus-Magazin geblieben sind.

Welche Highlights müssen unbedingt an einem solchen Jubel-Tag erwähnt werden?

Das erste Highlight war die erste Ausgabe der Micky Maus selbst, denn das Heft war zur damaligen Zeit konzeptionell und inhaltlich einzigartig. Bis heute hat sich die Micky Maus als bisher erfolgreichstes deutsches Comic-Magazin etabliert. Natürlich darf hier ein Hinweis auf die erste Chefredakteurin Erika Fuchs nicht fehlen, die bis in die achtziger Jahre die Comicsprache im deutschsprachigen Raum ganz wesentlich geprägt hat. Zu den weiteren Highlights zählen sicher der „Micky Maus-Klub“, dessen Mitglieder zur Kundenbindung einen Klub-Ausweis und Abzeichen erhielten sowie eine Einzelausgabe mit über einer Million verkauften Exemplaren in den Neunzigern. In der jüngeren Zeit zählt zu den Höhepunkten, dass wir wiederholt prominente Gäste in unseren Comics begrüßen konnten. Als „duckifizierte“ Character durften bereits Fußball-Nationalspieler Jamal Musiala, Zehnkampf-Weltmeister Leo Neugebauer, „Die Ärzte“ und „Die Fantastischen Vier“ in ein auf sie zugeschnittenes Entenhausen-Abenteuer eintauchen.

Welche Schwerpunkte werden gesetzt? Was darf in keiner Micky Maus fehlen?

Das Micky Maus-Magazin zeichnet sich durch eine einzigartige Mischung aus lustigen, spannenden und abenteuerlichen Inhalten aus, die sich sowohl in den Comics als auch in den redaktionellen Teilen widerspiegeln. Dieser Mix macht die Basis jeder einzelnen Micky MausAusgabe aus.

Wer schreibt die Geschichten?

Die Comic-Geschichten im Micky Maus-Magazin werden von einer Vielzahl von Autoren und Zeichnern erstellt, wobei ein Großteil der Geschichten in enger Zusammenarbeit mit unseren Egmont-Partnerverlagen in Skandinavien entwickelt und produziert wird. Aus dieser Kooperation entstehen dann die Grundideen für die Geschichten, welche dann über unser Kreativ-Team in Kopenhagen in enger Zusammenarbeit mit Autoren und Zeichnern weltweit umgesetzt werden. Es gibt zudem einen engen Austausch mit anderen globalen Verlagen, z.B. in den Niederlanden, in Italien und in Frankreich, deren Comics auch in unserem Pool an Geschichten landen, und umgekehrt. Neben der globalen Produktion setzten wir aber auch immer wieder lokale Akzente, welche von unserer Berliner Redaktion initiiert und umgesetzt werden.

Wie entsteht ein Micky Maus-Abenteuer von der Redaktionsidee bis zur Zeichnung, und wie sichert die Redaktion dabei den typischen Micky Maus-Humor über all die Jahre?

Die Entwicklung der Comicgeschichten für das Micky Maus-Magazin ist Teil eines umfassenden redaktionellen Prozesses innerhalb der Egmont-Mediengruppe. In Themenkonferenzen tragen die Egmont-Redaktionen aus Skandinavien und Deutschland gemeinsam Ideen zusammen und überführen diese in einen gemeinsamen Redaktionsplan. Die Koordination der Produktion erfolgt dann durch unser Kreativ-Team von ‚Global Content‘ in Kopenhagen. Dort werden die Plots ausgearbeitet und die zum Thema der Comicgeschichte am besten passenden Künstler gebrieft. Die Story-Idee wird dann zu einem detaillierten Comic-Skript mit Dialogen, Beschreibungen der Panels (Comic-Bilderreihen), Beschreibung für die Mimik der Charaktere und die Handlung von Bild zu Bild ausgearbeitet. Hier wird bereits der Grundstein für Humor, Spannung und Abenteuer gelegt. Die zeichnerisch-künstlerische Umsetzung im Anschluss die Anfertigung von groben Bleistiftskizzen durch die Zeichnerin oder den Zeichner, wobei die Panel-Aufteilung, die Posen der Figuren und die Szenerie festgelegt werden. Nach Freigabe der Zeichnungen erfolgt das ‚Inking‘. Hier werden die Linien mit Tusche oder digitalen Werkzeugen sauber nachgezogen. Die Kolorierung markiert dann den Abschluss des zeichnerischen Prozesses, welche entweder traditionell mit Farbe oder digital erfolgt, um den Comics ihr lebendiges Aussehen zu verleihen. In den kreativen Prozess sind erfahrende und autorisierte Comic-Experten eingebunden. Um eine gleichbleibend hohe Qualität sicherzustellen, hören wir zum einen auf das Feedback unserer Leserinnen und Leser, die wir zu den Inhalten immer wieder befragen. Zum anderen besprechen die Redaktionen in regelmäßigen Sessions die produzierten Comics und arbeiten kontinuierlich daran, ein gleichbleibend hohes Niveau in der Produktion sicherzustellen.

Wie war es 1951 überhaupt möglich, die Micky Maus in Deutschland zu veröffentlichen?

Das Micky Maus-Magazin kam durch die Initiative der dänischen Egmont-Gruppe nach Deutschland. Dan Folke, Geschäftsführer des Verlags "Gutenberghus" (seit 1992 Egmont), sicherte Egmont 1945 während eines Besuchs in den USA die europäischen Publikationsrechte für Disney-Comics. 1951 wurde dann in Deutschland der Egmont Ehapa Verlag gegründet, der am 29. August 1951 die erste Ausgabe von ‚Micky Maus – Das bunte Monatsheft‘ veröffentlichte. An der Gründung und dem Wachstum des Verlags waren maßgeblich Dr. Erika Fuchs, langjährige Chefredakteurin, Gründungsgeschäftsführer Horst Mössler und Alfred Kabatek, späterer Herausgeber des Micky Maus-Magazins, beteiligt.

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Erste Ausgabe der "Micky Maus" am 29. August 1951

Welche Produkte gibt es sonst noch bei Egmont Ehapa Media?

Egmont Ehapa Media hat in seiner 75-jährigen Geschichte eine Vielzahl prägender Magazine und Produkte auf den deutschsprachigen Markt gebracht. Neben dem Kulttitel Micky Maus begeistert seit 1967 ‚Walt Disney Lustiges Taschenbuch‘ (LTB) Generationen von Comic-Fans mit spannenden Geschichten aus Entenhausen und wurde mit mehr als 600 Bänden in der Hauptreihe die erfolgreichste Taschenbuchserie Deutschlands. Seit 1968 gehört „Asterix“ zu einer der tragenden Säulen unseres Programms. Den nächsten Meilenstein markiert die Veröffentlichung des ersten „Lucky Luke“-Bandes bei Ehapa im Jahr 1977. Nicht zu vergessen natürlich das Kult-Comic-Magazin „Yps“, welches zu seinem 50-jährigen Jubiläum im vergangenen Jahr eine äußerst erfolgreiche Retro-Ausgabe feiern konnte. Unser Magazin ‚Wendy‘, erstmals vor 40 Jahren erschienen, legte den Grundstein für das Genre der Pferdezeitschriften in Deutschland. Heute produzieren wir eine breite Palette an Kindermagazinen zu populären Lizenzthemen. Dazu gehören Magazine wie „Disney Die Eiskönigin“, „Galileo genial“, „Barbie“ und „Peppa Pig“, die speziell auf die Interessen von Kindern zugeschnitten sind. Seit 2018 gehören auch die Jugendzeitschriften „Mädchen“ und „Popcorn“ zu unserem Portfolio. Mit unserem Label Egmont Comic Collection (ECC) produzieren wir seit 1989 Comics für den Buchhandel. Hier erscheinen unter anderem frankobelgische Klassiker wie Asterix und Lucky Luke sowie Hardcover-Bände aus dem DisneyUniversum. In den vergangenen Jahren hat unser Manga-Programm zunehmend an Bedeutung gewonnen. Unter dem Label Egmont Manga (EMA) veröffentlichen wir bekannte Titel wie Detektiv Conan, Sailor Moon, Inu Yasha, Ranma ½, Chainsaw Man und Vagabond.

Wenn Sie einen Blick in die Kristallkugel werfen könnten – wo sehen Sie das Micky Maus Magazin in den nächsten 25 oder sogar 75 Jahren? Wie wird es sich entwickeln müssen, um relevant zu bleiben?

Für die zukünftige Entwicklung des Micky Maus-Magazins sind inhaltliche Relevanz und der Ausbau der Micky Maus-Community entscheidend. Um relevant zu bleiben, muss das Magazin aktuelle Themen und die Lebenswelt der Kinder aufgreifen, Diversität bei den Charakteren fördern, Cross-Media Storytelling nutzen und spielerische Bildungsaspekte integrieren. Für eine stärkere Leserbindung und den Aufbau einer Community werden auch die Vernetzung mit sozialen Medien und personalisierte Inhalte an Bedeutung gewinnen. Eine komplette Verlagerung des Magazins auf digitale Plattformen sehen wir im Übrigen nicht. Im Gegenteil, die Stärke der ‚Micky Maus‘ ist das haptische Erlebnis und die Möglichkeit sich in der bildschirmfreien Zeit zu entspannen und auf ein Medium zu fokussieren. Das Printmagazin mit seinem Mix aus starken Geschichten und Inhalten sowie den spielerischen Extras bleibt weiterhin ein fundamentaler Pfeiler für den Erfolg der Marke.

Zum Abschluss, Herr Risken: Abseits aller Strategien und Auflagenzahlen, was wünschen Sie dem Micky Maus Magazin persönlich zu seinem 75. Geburtstag und seinen Lesern für die Zukunft?

Dem ‚Micky Maus-Magazin‘ wünsche ich weiter anhaltenden Erfolg, beständige Neugier und Innovationsfreude, wobei immer ein Blick auf die klassischen Werte des Disney EntenhausenUniversums gerichtet werden sollte. Ich hoffe, dass das Magazin weiterhin Generationen von Leserinnen und Lesern mit relevanten und modernen Themen begeistert und sich mit den Wünschen und Bedürfnissen seiner Fans weiterentwickelt. Vor allem aber wünsche ich allen viel Spaß mit spannenden, abenteuerlichen und lustigen Geschichten in der ‚Micky Maus‘. 

Disney

(Quelle: Egmont Ehapa Media - Berlin, Mai 2026)