Comic-Salon Erlangen 2026

In der abschließenden Bilanz-Runde am späten Sonntagnachmittag mit Verlagsvertreter*innen unter der Moderation von Alex Jakubowski wurde nicht nur auf den Salon zurückgeblickt, sondern auch ein Blick auf die Situation der Branche insgesamt geworfen.

Dabei wurde deutlich, dass die Stimmung eher von gedämpftem Optimismus geprägt ist. Die Kostensteigerungen in der Produktion bei gleichzeitig schwindender Kaufkraft der Leser*innen stellen die Verlage, gerade bei hochwertig hergestellten Büchern, vor zunehmende Herausforderungen. Immerhin sei der Comic-Markt nach wie vor wachsend, im Gegensatz zum Buchmarkt insgesamt.

Steffen Volkmer von Panini Comics sieht jedoch die Potenziale der grafischen Literatur noch längst nicht ausgeschöpft: „Der Markt ist immer noch nicht voll erschlossen“. „Wir müssen noch mehr Comics deutschsprachiger Künstler*innen publizieren, die Themen behandeln, die uns im deutschsprachigen Raum beschäftigen“, ergänzte Dirk Rehm von Reprodukt. Dabei würde der Internationale Comic-Salon eine wichtige Rolle spielen, bei dem, wie bei kaum einer anderen Veranstaltung, neue Zielgruppen für die grafische Literatur gewonnen werden. Das Problem sei jedoch, so die einhellige Meinung auf dem Podium, dass immer noch viel zu wenige Künstler*innen in Deutschland von Comics leben können. Die meisten verdienen ihren Lebensunterhalt mit Illustrations-Aufträgen, die durch die Künstliche Intelligenz gefährdet sind. Überhaupt war KI ein zentrales Thema, auch beim Abschluss-Panel: Im Print-Bereich gehen die Verlage nicht davon aus, dass KI-generierte Comics den Markt erobern werden. Marie-France Lombardo von der Schweizer Edition Moderne betonte auf dem Podium, dass die Leser*innen sich auch für die Menschen hinter den Büchern interessieren. Dennoch forderten Künstler*innen aus dem Publikum eine klare Haltung der einflussreichen Comic-Verlage und eine Ächtung von KI-generierten Comics. 

(Quelle: Comic-Salon Erlangen)