Panini WM 2026

Zum insgesamt 15. Mal begleitet Panini eine FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ mit dem legendären Sammelalbum. Doch 2026 ist alles größer: Um dem erweiterten Format des Turniers gerecht zu werden, umfasst die Kollektion erstmals alle 48 qualifizierten Nationalmannschaften.

Die harten Fakten für Sammler:

  • Massiver Umfang: Insgesamt 980 Sticker warten darauf, entdeckt und getauscht zu werden
  • Mehr Inhalt pro Packet: Jedes Packet enthält 7 Sticker (statt der üblichen fünf)
  • Jagdfieber garantiert: Seltene Extra-Sticker in verschiedenen Farbvarianten

Es begann mit Wundertüten

Die acht Panini-Kinder – vier Mädchen, vier Jungen – verloren 1941 ihren Vater. Die Mutter arbeitete als Schneiderin, die Familie war zu dieser Zeit bitterarm und lebte im italienischen Modena. Um das Familieneinkommen aufzubessern, erwarb Veronica, eine der Töchter, noch während des Krieges 1945 einen eigentlich geschlossenen, fast leeren Zeitungskiosk in der Stadtmitte Modenas – direkt neben dem Dom. Dort arbeiteten nach Ende des Zweiten Weltkrieges sowohl die Mutter, als auch ihre Kinder – vor allem Benito, Umberto und Franco Cosimo. 1955 wurde aus dem reinen Zeitungskiosk der Zeitungsvertrieb „Agenzia Distribuzione Giornali Fratelli Panini“. Zu den Waren zählten vereinzelt bereits auch Sammelbilder anderer Anbieter. In jenem Jahr kamen die Paninis also zum ersten Mal beruflich mit Stickern in Kontakt. Die Familie – in dieser Zeit vor allem die Mutter und die Söhne Benito und Giuseppe – brachte unverkaufte Restbestände anderer Verlage unter die Leute. Sie erfand dabei das Prinzip der Wundertüte und füllte diese mit Fotoromanen, Zeitschriften, Krimis – und manchmal auch Sammelbildchen.

Panini-Anfänge: der Panini Zeitungskiosk
Panini-Anfänge: der Panini Zeitungskiosk

Die Familie versuchte zunächst völlig erfolglos, auch in größerem Stil Sammelbildchen – mit Blumenmotiven – zu verkaufen. Ein zweiter Versuch gelang besser, dieses Mal mit Bildchen von Fußballern. Bei einer Reise nach Mailand 1960 fanden die Brüder eine Charge unverkaufter Fußball-Sammelbilder. Zurück in Modena verpackten sie jeweils zwei Karten in ein Tütchen und verkauften dieses zu 10 Lire (ungefähr 0,005 Euro Cents). Der Erfolg war sofort riesig und binnen kürzester Zeit hatten sie drei Millionen Bilder verkauft. Giuseppe nahm dies zum Anlass, selbst Herausgeber von Stickern zu werden. Giuseppe Panini hat das Unternehmen dann 1961 gegründet und auch die Panini-Sticker erfunden. Sein Bruder Benito stieg gleichzeitig mit ihm in das Geschäft ein, während die anderen beiden Brüder, Umberto und Franco, 1963 dann zu Panini stießen.

Bruno Bolchi – das erste Panini-Bildchen

Den Erzählungen von Zeitzeugen zufolge bat Giuseppe Druckereien in der Gegend, Sammelbilder zu drucken. Als Vorlage hatten sie ein Schwarz-Weiß-Foto von Bruno Bolchi (damaliger Mittelfeldspieler bei Inter Mailand, verstorben am 27.9.22) und beispielhaft ein beliebiges farbiges Sammelbildchen im Gepäck. 1961 erschien so das erste von Panini herausgegebene Sammelalbum nebst Klebebildchen: „Grande Raccolta Figurine Calciatori“, ein Fußballsammelalbum mit Spielern der italienischen Serie A, darunter auch Giovanni Trapattoni. Seitdem gilt das Bildchen von Bruno Bolchi als erstes offizielles Panini-Bild.

Bildchen mischen im Butterfass

Die Paninis waren die ersten, die konsequent auf die Produktformel „Bildchen in Tüten“ plus Album setzten – zuvor waren Sammelbildchen immer eine werbliche Produktdreingabe, zu Schokotafeln beispielsweise. Die Brüder waren davon überzeugt, dass sie Kunden nur gewinnen konnten, wenn sie eine komplette und homogen gestaltete Sammlung anbieten würden. Unabdingbar war es für sie auch, für die Bildchen eigene Tütchen zu produzieren. Blieb noch eine Herausforderung: Wie ließ es sich verhindern, dass niemals ein Bildchen doppelt in einer Tüte sein würde? Um letzteres zu schaffen, nahmen sie ein Butterfass und ein Rad, das der LottozahlenMischmaschine ähnelt. Dieses Rad war mittels eines Fahrradrahmens mit dem Fass verbunden und wurde anfangs durch einen Studenten angetrieben: 15 Umdrehungen vorwärts, 15 rückwärts. Überliefert ist auch eine weitere Geschichte zum Mischverfahren, das wenig später angewendet wurde: Die Paninis warfen die Bilder in die Luft und mischten sie anschließend mit einer herkömmlichen Schaufel durch.

Die Misch- und Eintütmaschine Fifimatic

Auf Dauer musste für die Massenproduktion eine professionelle Lösung her. Giuseppe bat 1963 seinen Bruder Umberto, der damals in Venezuela arbeitete, nach Italien zurückzukommen. Gesagt, getan. So entwickelte der Techniker Umberto Panini (er starb 2013 als letztes der Panini-Geschwister) 1964 im Auftrag seiner Brüder das spätere Herz der Firma: die Fifimatic. Es handelt sich um eine Misch- und Eintütmaschine, die dafür sorgt, dass niemals zwei gleiche Bilder in einer Tüte landen. Noch heute stehen 25 dieser Maschinen in der Produktionshalle von Panini in Modena.

Die Panini-Brüder Giuseppe, Umberto, Franco Cosimo und Benito (v.l.,1966) vor einer Fifimatic.
Die Panini-Brüder Giuseppe, Umberto, Franco Cosimo und Benito (v.l.,1966) vor einer Fifimatic.

Verlagsgeschäft

Indes ist kaum bekannt, dass die Panini Verlags GmbH im deutschsprachigen Raum einer der größten Verlage im Kinder- und Jugendsegment und Deutschlands größter Comicverlag ist. Ein kurzer Blick zurück gibt Aufschluss, wie es dazu kam: Panini eröffnete 1974 in München seine erste deutsche Niederlassung. Das erste Fußballsticker-Album von Panini, das auch in Deutschland vertrieben wurde, war „Euro Football“, eine wettbewerbsunabhängige Präsentation europäischer Vereins-Spitzenmannschaften.

Das starke Standbein mit dem Verkauf von Stickern wurde erst Anfang der Neunziger um klassische Verlagsprodukte ergänzt. Das war so geplant, nicht umsonst firmiert die deutsche Tochter seit dem Markteintritt hierzulande als Verlags GmbH. Der anfangs kleine Tochter-Verlag in Deutschland zog 1993 von München nach Nettetal bei Mönchengladbach um und begann den konsequenten Aufbau eines Verlagsprogramms, indem er sich vorrangig dem Lizenzgeschäft verschrieb. Mit der Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen war Panini bestens vertraut, die Trägermedien waren neu: Magazine, Comics, Bücher, Kalender und DVDs. Erfolgsprodukte der ersten Stunde waren „Teletubbies“, „Sesamstraße“ und „Thomas die Lokomotive“. Nach einem Jahrzehnt dann 2003 der nächste Meilenstein: Durch die Übernahme der Stuttgarter Dino Entertainment AG stärkte Panini seine Position deutlich.

Heimat Stuttgart

Um das Profil weiter zu schärfen, Kompetenzen zu bündeln und weiter zu wachsen, verlegte Panini im September 2010 seinen Stammsitz von Nettetal nach Stuttgart. In der Rotebühlstraße 87 in Stuttgarts Stadtmitte war Panini seit dem Zukauf von Dino mit den Produktbereichen Magazine (für Mädchen und Jungs), Comics/Mangas, Bücher sowie Produktion und Vertrieb vertreten. Neu hinzugekommen sind die Geschäftsführung sowie die Sparten Sticker, Magazine (für Kinder) und DVDs. Am neuen Hauptsitz, der seit Ende 2019 im Stuttgarter Zentrum in der Schloßstraße 76 liegt, arbeiten rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In Summe veröffentlicht Panini jährlich aktuell rund 200 Buchtitel, 750 Comictitel, 50 Magazintitel und 50 Sammelkollektionen.

Panini heute

Heute ist die Panini Group in mehr als 150 Ländern tätig und außerhalb Italiens mit zwölf eigenen Tochtergesellschaften vertreten. Insgesamt bringt Panini weltweit jährlich zirka 400 Sammelkollektionen auf den Markt, in Deutschland sind es pro Jahr 50 verschiedene Kollektionen in den Bereichen Sport und Entertainment. Gemeint sind im Sportbereich alle Alben zu Welt- und Europameisterschaften (mit Kooperationspartnern auch als digitale Versionen erhältlich), einzelne Vereinskollektionen für Mannschaften der Fußball-Bundesliga sowie FIFA 365, Top Class Sticker und Trading Cards mit den Abbildern der weltbesten Spieler und Vereine. Zum Großereignis Frauenfußball-WM in Deutschland erschien 2011 eine Stickerkollektion – ein Novum im internationalen Frauensport.

Die FIFA und Panini setzen ihre mehr als 50-jährige Partnerschaft fort, die seit der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft Mexiko 1970™ Generationen von Fußballfans begeistert. Kraft des neuen Vertrags bleibt Panini der exklusive FIFA-Partner für offizielle Abziehbilder, Tauschkarten, Sammelkarten und digitale Sammlerstücke, u. a. für die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026™, die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2030™, die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2027™ und weitere Wettbewerbe und Veranstaltungen der FIFA.

Die seit 1980 bestehende Exklusiv-Partnerschaft mit dem europäischen Fußballverband UEFA endete vorerst 2022. Nach etwa 42 Jahren übernahm das US-amerikanische Unternehmen Topps die Herstellung und den Vertrieb exklusiver Sammelaufkleber, -karten und anderer Sammelsouveniers für die Europameisterschaften 2024 und 2028.

Weltgrößte Stickerproduktion
Weltgrößte Stickerproduktion

Comics

2003 wurde die in Stuttgart ansässige Dino Entertainment übernommen, welche als zweiter deutscher Panini-Standort betrieben wurde. Damit stieg Panini zu einem der drei Marktführer im deutschen Comicmarkt sowie zum zweitgrößten Jugendbuchverlag in Europa auf. Das deutsche Tochterunternehmen veröffentlichte Bücher, Comics, Magazine und Sticker-Kollektionen. Zudem wurden lange Jahre auch DVDs und Kalender veröffentlicht.

Die Marke Panini Comics ist heute der größte Comic-Verlag in Deutschland und hat es geschafft, die Top-Titel aller großen US-Comic-Verlage unter einem Dach zu vereinen: Im Portfolio befinden sich zum Beispiel die Superhelden von DC Comics, mit „Superman“, „Batman“ und Co., ebenso wie die Marvel-Comics-Helden „Spider-Man“, „Avengers“, „Iron Man“ und deren Kollegen. Eine einzigartige Konstellation, wenn man bedenkt, dass diese Universen mit den bekanntesten Helden der Welt im Grunde in unvereinbarer Konkurrenz zueinanderstehen. 

Hinzu kommen Comics zu bekannten TV-Serien und Kinofilmen wie „Game of Thrones“, „The Boys“ oder „Locke & Key“. Im Manga-Bereich setzt der Verlag mit Pokémon einen Schwerpunkt. Mit Graphic Novels, Comic-Alben und Comic-Projekten mit deutschen Künstlern wie der „Schattenspringer“-Reihe von Daniela Schreiter, bildet Panini die ganze Welt und Bandbreite des Mediums Comic ab. Im Monat kommen aus Stuttgart rund 60 Comic-Neuerscheinungen an die Kioske und in die Regale der Comic- und Buch-Läden – ein Output, der von keinem anderen deutschen Verlag auch nur annähernd erreicht wird. Zu den absoluten Verkaufsschlagern gehören auch die Star-WarsComics. Panini beheimatet die gezeichneten Abenteuer der SternenSaga nun schon seit fast 20 Jahren und hat sich als wertvoller Partner der Lizenzinhaber Disney/Lucasfilm etabliert.

Insgesamt gibt Panini in Europa und in Brasilien jährlich über 4000 Comics, Magazine und Bücher heraus.

Noch ein paar Zahlen

Die Panini-Gruppe mit Sitz im italienischen Modena ist der weltweit größte Verlag von Sammelprodukten. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 1200 Mitarbeiter in zwölf Tochtergesellschaften und hat Vertriebskanäle in mehr als 150 Ländern. Die Panini Verlags GmbH zählt zu Deutschlands größten Verlagen im Kinder- und Jugendsegment und ist Deutschlands größter Comicverlag. Am Firmensitz in Stuttgart sind rund 70 Mitarbeiter tätig. Panini in Deutschland veröffentlicht jährlich rund 200 Buch-, 750 Comic- und 50 MagazinTitel sowie 50 Sammelprodukte (Sticker, Trading Cards und mehr).

Der Stuttgarter Verlag wurde bereits mehrfach zum „Lizenznehmer des Jahres“ gewählt.

Die Panini-Gruppe ist in mehr als 150 Ländern tätig und außerhalb Italiens auch in Brasilien, Chile, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Mexiko, Niederlanden, Russland, Schweiz, Spanien, Türkei und in den USA mit eigenen Tochtergesellschaften vertreten. Die Panini S.p.A. (Società per azioni) erzielte 2021 mit mehr als 1200 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro.

Panini-Cover WM 1994
Panini-Cover WM 1994

(Quelle: Panini/Wikipedia)

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