Walter Moers zählt zu den originellsten und fantasievollsten Geschichtenerzählern der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Als geniales Doppeltalent – zeichnender Autor und schreibender Zeichner – erlangte er durch seine Figuren Kultstatus. Seit dem 3. Mai 2026 präsentiert das Stadtmuseum Erlangen eine umfassende Gesamtschau seines Werks.
Moers’ Anfänge als Comic-Zeichner um 1990 zeigen seine schwarzhumorige, provokante Seite. Figuren wie das tabulose „Kleine Arschloch“ oder „Adolf, die NaziSau“, die es mit dem Song „Ich hock in meinem Bonker“ sogar in die deutschen Charts schaffte, machten ihn bekannt. Mit dem flunkernden Käpt’n Blaubär, der in der „Sendung mit der Maus“ sein Seemannsgarn spann, begeisterte er auch ein junges Publikum. Der 1999 erschienene Roman „Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär“ markierte den Auftakt für die fantastische Zamonien-Reihe.
Sprachwitz und zeichnerische Fantasie
Mit inzwischen zwölf Romanen – darunter „Ensel und Krete“, „Die Stadt der Träumenden Bücher“ und „Der Schrecksenmeister“ – hat Walter Moers ein literarisches Universum geschaffen, in dem sich Sprachwitz und zeichnerische Fantasie auf einzigartige Weise verbinden. Schauplatz ist der wundersame Kontinent Zamonien, wo sich alles um Helden und Abenteurer, Märchen und Fabeln dreht. Es ist die Welt der Tratschwellen und Stollentrolle, der Kratzen und Schuhus, der Buchlinge und Bücherjäger. Als Alter Ego des Autors tritt der dichtende Lindwurm Hildegunst von Mythenmetz auf.
Moers’ Bücher sind kunstvolle Mischungen aus Abenteuerroman und Satire, reich bebildert und gespickt mit Anspielungen auf Literatur und Popkultur. Zu seinen Markenzeichen zählt das spielerische Experimentieren mit Sprache – etwa in „Der Fönig“, einem Märchen (bzw. „Moerschen“), in dem die Buchstaben „f“ und „k“ vertauscht sind.
Die große Werkschau im Stadtmuseum Erlangen ist eine Kooperation mit dem 22. Internationalen Comic-Salon Erlangen und der LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen. Sie präsentiert neben Hunderten Tuschezeichnungen, Ölgemälden, Modellen und Puppen erstmals auch Originale aus Moers’ neuestem Bestseller, der Geschichte des Gallertprinzen „Qwert“.
Zur Eröffnung am 3. Mai 2026 sprachen der neue Oberbürgermeister Jörg Volleth, Anke Steinert-Neuwirth, Referentin für Kultur, Bildung und Freizeit, Brigitte Korn, Leiterin des Stadtmuseums sowie Moers’ langjähriger Verleger und Lektor Wolfgang Ferchl und Dr. Christine Vogt, Direktorin der LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen und Moers-Kennerin.
"Was gibt’s denn da zu lachen?"
Die komische Kunst des Walter Moers
3. Mai - 13. September 2026
Stadtmuseum Erlangen
Führung zur Ausstellung:
"Arschloch in Öl" - Mit Walter Moers durch die Kunstgeschichte
Do, 6. August 2026, 18.30 Uhr
Die Teilnehmerzahl bei den Führungen ist begrenzt.
(Quelle: Stadtmuseum Erlangen)