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Kabinett für Wort und Bild Drucken E-Mail
Reportagen | Schauplätze
Geschrieben von: cichon   
Sonntag, den 15. November 2009

Comics sind jetzt anscheinend auch in Wien für kunst- und museumswürdig befunden worden, heißt es 2004 in einer Ausstellungsankündigung auf der Website der Comic-Galerie. Ein Jahr zuvor gründeten die Zeichner Rudi Klein, Nicolas Mahler und Heinz Wolf das "Kabinett für Wort und Bild" im Transeuropa/Quartier21 im MuseumsQuartier in Wien.

1998 wurde mit dem Bau des MuseumsQuartier begonnen, die offizielle Eröffnung folgte im Jahr 2001. Während der Bauarbeiten machte das Quartier21 eine Ausschreibung und man konnte sich mit einem Konzept bewerben. Die Comiczeichner wurden darauf aufmerksam und bewarben sich: "Wäre doch lustig, wenn wir mitten in der Kunst sitzen würden"(Wolf) .

Doch sie wurden abgelehnt. Nach einem Jahr sah sich die Leitung des Quartier21 noch einmal alle Bewerbungen durch, da sie mit dem bisherigen Programm unzufrieden war. Dabei stieß sie ein zweites Mal auf die Comic-Idee und beschloss, dass man das Konzept mit aufnehmen wolle, da Comics momentan ansprechend und "in" seien.
Obwohl die späteren Kabinett-Betreiber von sich aus nicht darauf bestanden hätten, war es der Leitung wichtig den Begriff "Comic" mit auf zunehmen.

Zwischen 2003 und 2006 fanden im Kabinett für Wort und Bild 25 Ausstellungen statt, die sich mit verschiedenen Ausformungen der Wort/Bild-Kombination beschäftigten. Ende des Jahres 2006 stellten die drei Zeichner ihre Ausstellungstätigkeit jedoch ein, da ihnen der weitere Antrieb fehlte: der Raum war teuer, die relativ langen Öffnungszeiten sehr zeitraubend und eines Tages wurde auch noch etwas gestohlen. Nach einer gewissen Zeit ließ die Leitung verlauten: "Ihr bekommt mehr Publikum! - Und wir wurden aus dem Raum raus geschmissen"(Wolf).

In Folge eröffnete das Kabinett im September 2007 an anderer Stelle neu:

Die KABINETT passage, ein Ort für Comic und Artverwandtes, befindet sich jetzt im MuseumsQuartier, im Durchgang zwischen Mariahilferstraße und Fürstenhof. Die Passage umfasst zweieinhalb Ausstellungsvitrinen sowie einen rund um die Uhr zugänglichen Automaten, in dem begleitende Publikationen erworben werden können. Das Deckengemälde der Passage, welches Vitus H. Weh, der künstlerische Leiter des Quartier21, animierte, wurde von Stephane Blanquet, einer der wichtigsten Vertreter der internationalen Comic-Avantgarde, entworfen. Die Ausführung des Entwurfs übernahm das Atelier Urban & Wagner.

Die Vitrinen interessieren die Betreiber des Kabinetts an und für sich weniger: "da ist im Grunde eh kein Platz drin" ; außerdem möchten sie primär "Comics unter das Volk bringen und keine Manuskripte ausstellen"(Wolf). Einschränkend sei auch die Tatsache, dass sie angehalten seien, immer die gleiche Schrift zu verwenden.

Seit Ende Herbst 2007 gibt es auch jeweils eine Tafel für die beiden Durchgänge KABINETT passage und TONSPUR_passage (ebenfalls Quartier21); vorher waren diese Bereiche nicht unbedingt für jedermann als solche erkenntlich.



( aus "Die kulturelle Akzeptanz der Comics in Österreich" Eine Untersuchung der österreichischen Comic-Kultur,
Diplomarbeit von Melina Cichon zur Erlangung des akademischen Grades Magistra artium )


 

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