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| Comicforschung tagt in Passau |
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| Events | International | |||
| Geschrieben von: pressetext/kop | |||
| Donnerstag, den 10. November 2011 | |||
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Dokumentationen haben hingegen den Anspruch lebensweltliche Erfahrungen möglichst originalgetreu wiederzugeben. In gewisser Weise steht die systematische und authentische Erschließung von Information im Vordergrund. Eine Biographie wiederum darf man als eine den Fakten und der Objektivität verpflichtete Lebensbeschreibung einer Person auffassen. Werden die biographischen Fakten hingegen kreativ ausgeschmückt, muss man vom biographischen oder historischen Roman sprechen. Die spannende Frage ist nun, inwieweit man diese Ausprägungen auch im Comic vorfindet. Etwa Anne Frank (Ernie Colon / Sid Jacobson), Barfuß durch Hiroshima (Keiji Nakazawa), Blankets (Craig Thompson), Cash – I see a darkness (Reinhard Kleist), Castro (Reinhard Kleist), Footnotes in Gaza (Joe Sacco), Haarmann (Peer Meter / Isabel Kreitz), Held (Felix Görmann a.k.a. Flix), Mädchen (Felix Görmann a.k.a. Flix), Maus (Art Spiegelman), Palestine (Joe Sacco), Persepolis (Marjane Satrapi), Sag was (Felix Görmann a.k.a. Flix), The Year of Living Dangerously (Ted Rall / Pablo G. Callejo) und viele andere Comics thematisieren Biographien, private Erlebnisse oder eigene Erfahrungen und schmücken diese bisweilen sehr schillernd aus.
Fragen aus diesem Spektrum wird die 6. Wissenschaftstagung der Gesellschaft für Comicforschung vom 11.-13. November 2011 in der Universität Passau aufgreifen und diskutieren. Drei Tage lang gehen die über 70 Teilnehmer der Frage nach, wie Comics ein neues journalistisches Genre begründen. „Comics arbeiten inzwischen vielfach mit journalistischen Stilformen. Die Künstler beleben die Tradition des Reporters mit dem Zeichenstift wieder. Diese Phänomen wollen wir wissenschaftlich einordnen“, erklärt Organisator Prof. Thomas Knieper, an der Universität Passau Inhaber des Lehrstuhls für computervermittelte Kommunikation. Randy Duncan, Michael Taylor und David Stoddard legen dafür am 11. November um 14 Uhr im Raum 017 des IT-Zentrums, Innstr. 43, die Grundlage – mit ihrem Vortrag über „Reportagecomics – Ein Arbeitsgegenstand für Kunst, Journalismus und Kommunikationswissenschaft“. Catherine Michel erörtert am 12. November um 11:15 Uhr im Hörsaal 9 des Audimax, Innstr. 31, ein Grundproblem des Journalismus am Beispiel des Nahost-Konflikt-Comics – inwiefern kann Berichterstattung oder ein Werk wie die oscarnominierte autobiografische Libanonkriegs-Verfilmung „Waltz with Bashir“ ein Geschehen überhaupt neutral betrachten. Jan Roidner beschäftigt sich an gleicher Stelle um 16 Uhr mit „Katastrophen im Comic“ am Beispiel des 11. September und Hurrikan Katrina. Peter Herr analysiert am 13. November um 9 Uhr, ebenfalls in Hörsaal 9 des Audimax, die dokumentarische Präzision und die Lücken des Comics. Er geht dabei insbesondere auf die Darstellung des Holocaust in Art Spiegelmans bekanntestem Werk „Maus“ ein. Eine Anmeldung ist nur mehr vor Ort für 40 € möglich.
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Archiv


Eine Reportage ist eine journalistische Darstellungsform, die u.a. durch eine persönliche Augenzeugenschaft, die Veranschaulichung der Sachverhalte durch konkrete Personen und deren Schicksale sowie eine subjektive Zusammenfügung und Beschreibung des Erlebten geprägt ist. Sie thematisiert die Ergebnisse einer journalistischen Recherche.
Wo liegen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede dieser Comics? Wann darf man bei dieser Art von Comics von Journalismus sprechen? Mit welchen journalistischen Stilformen wird gearbeitet? Wird hier ein neues Genre begründet? Entwickelt sich hier eine eigene Form der Narration? Wird hier die Tradition des Reporters mit dem Zeichenstift erneut belebt? Wie ist etwa das Verhältnis zur Reportage-Fotografie, zum Dokumentarfilm oder zum biographischen Roman zu beurteilen? Was ist die intendierte Aufgabe und Funktion der eingesetzten Stilmittel? Worin besteht die tatsächliche Wirkung?